Alles über Kichererbsen: Herkunft, Nährwerte & Alinas Profi-Backtipps

Hallo liebe Backfreunde und Hobbyköche! Heute tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Kichererbse. Diese kleine, unscheinbare Hülsenfrucht ist weit mehr als nur Zutat für Hummus – sie ist ein wahrer Alleskönner in der Küche und hat sogar in der Backstube ihren Platz gefunden. Ursprünglich im Nahen Osten beheimatet, erobert die Kichererbse (Cicer arietinum) heute weltweit die Teller und hält dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe auch Einzug in eine gesunde Ernährung. Sie ist nicht nur eine hervorragende Proteinquelle, sondern liefert auch reichlich Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Ich persönlich liebe ihre nussig-milde Geschmacksnote und die tolle Textur, die sie vielen Gerichten verleiht. Ob als Basis für vegane Burger-Patties, in knackigen Salaten, als cremige Suppe oder – und das ist mein Geheimtipp – sogar in süßen Backwaren, die Kichererbse beweist eindrucksvoll ihre Vielseitigkeit. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über ihre Herkunft, die beeindruckenden Nährwerte und wie du sie gekonnt in deiner Küche – und gerade beim Backen – einsetzen kannst.

Die Reise der Kichererbse: Von Mesopotamien bis auf deinen Teller

Die Kichererbse blickt auf eine lange und faszinierende Geschichte zurück. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass sie bereits vor etwa 7.500 Jahren im Nahen Osten, genauer gesagt in Mesopotamien und im heutigen Iran, kultiviert wurde. Sie zählt damit zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Von dort aus breitete sie sich langsam aus: über Kleinasien gelangte sie ins Mittelmeergebiet, wo sie schon im antiken Griechenland und Rom geschätzt wurde. Schriftliche Erwähnungen finden sich bei römischen Autoren wie Plinius dem Älteren. Über Handelsrouten und die Völkerwanderung kam sie schließlich nach Europa und später durch Kolonisation und Handel auch nach Indien, Afrika und Amerika. Heute ist Indien der weltweit größte Produzent von Kichererbsen, gefolgt von Pakistan und der Türkei. Die vielen Namen – von 'Garbanzo' im Spanischen bis 'Chana' im Indischen – zeugen von ihrer weltweiten Verbreitung und kulturellen Bedeutung.

Nährstoffwunder Kichererbse: Was steckt drin?

Kichererbsen sind wahre Nährstoffbomben. Sie glänzen besonders durch ihren hohen Gehalt an pflanzlichem Protein (ca. 19–24 g pro 100 g Trockenware), was sie zu einer idealen Proteinquelle, besonders für Vegetarier und Veganer, macht. Ebenso bemerkenswert ist ihr Reichtum an Ballaststoffen (ca. 10–17 g pro 100 g Trockenware), die gut für die Verdauung sind und lange satt halten. Sie liefern komplexe Kohlenhydrate, die für langanhaltende Energie sorgen. An Vitaminen sind vor allem Folsäure (Vitamin B9), Vitamin B6 und einige andere B-Vitamine vertreten. Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium, Zink und Phosphor sind ebenfalls in nennenswerten Mengen enthalten. Mit einem Fettgehalt von nur etwa 6–8 % (hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren) sind sie relativ fettarm. Der Energiegehalt liegt bei etwa 360–370 kcal pro 100 g Trockenware, was sie zu einem sättigenden und nahrhaften Lebensmittel macht.

Vielseitig in der Küche: Mehr als nur Hummus

Die Einsatzmöglichkeiten von Kichererbsen sind schier endlos. Klassisch kennen wir sie aus der mediterranen und orientalischen Küche: als Hummus, Falafel, in Eintöpfen (wie der nordafrikanischen Harira) oder als Beilage zu Currys. Aber auch in Salaten sorgen sie für Biss und Sättigung. Als pürierte Basis für vegane Brotaufstriche oder Dips sind sie unschlagbar. Rohe, ungeröstete Kichererbsen können sogar roh verzehrt werden, sind aber schwerer verdaulich. Durch das Kochen werden sie bekömmlicher. In der herzhaften Küche eignen sie sich hervorragend als Füllung für Teigtaschen oder als Einlage in Suppen und Eintöpfen. Ihr neutraler Geschmack nimmt Aromen wunderbar auf. Sogar als Snack durch Rösten in der Pfanne oder im Ofen, gewürzt mit Paprika, Kreuzkümmel oder Chili, sind sie ein gesunder Genuss. Und ja, sogar süß können sie! Mehr dazu gleich bei meinen Backtipps.

Alinas Profi-Backtipps: Kichererbsen im Gebäck

Jetzt wird's spannend, denn Kichererbsen haben auch in der süßen Backstube ihren Platz! Wenn du Kichererbsen gebacken oder gekocht hast und noch etwas vom Kochwasser (Aquafaba) übrig hast, nutze es! Aquafaba ist ein fantastischer veganer Ei-Ersatz und lässt sich wie Eischnee aufschlagen. Damit gelingen vegane Mousse au Chocolat, Baiser oder Macarons. Aber auch die Kichererbse selbst lässt sich integrieren: gekochte, gut abgetropfte Kichererbsen können fein püriert und unter Teige für Brownies, Cookies oder Muffins gemischt werden. Sie sorgen für eine saftige Konsistenz und binden den Teig, wodurch oft weniger Fett oder Eier benötigt werden. Für einen nussigen Kick können geröstete Kichererbsen auch fein gemahlen und als Teil des Mehls verwendet werden – probiere es mal in einem herzhaften Brot oder in einem Riegel! Wichtig: Immer gut abspülen und ggf. die Haut entfernen, wenn du sie pürierst, für eine feinere Textur.

Kauf und Lagerung: Worauf du achten solltest

Kichererbsen findest du in verschiedenen Formen im Handel: als getrocknete Ware, in Dosen oder als vakuumverpackte Frischware. Getrocknete Kichererbsen sind am günstigsten und lange haltbar, müssen aber vor dem Kochen etwa 8–12 Stunden (oder über Nacht) eingeweicht werden. Hier lohnt sich der Kauf in Bio-Qualität. Achte auf eine saubere, unbeschädigte Ware ohne Fremdkörner. Dosenkichererbsen sind die bequemste Variante, da sie bereits vorgekocht sind. Spüle sie vor der Verarbeitung gut ab, um überschüssiges Salz und die stärkehaltige Flüssigkeit zu entfernen. Vakuumverpackte Kichererbsen sind eine gute Alternative, wenn du keine getrockneten lagern möchtest. Ungeöffnet sind sie außerhalb des Kühlschranks haltbar, nach dem Öffnen gehören sie aber in den Kühlschrank und sollten bald verbraucht werden. Getrocknete Kichererbsen lagerst du am besten kühl, trocken und dunkel in einem luftdichten Behälter. Eingeweichte oder gekochte Kichererbsen sind im Kühlschrank etwa 2–3 Tage haltbar.

Kichererbsen vs. andere Hülsenfrüchte: Ein Vergleich

Im Vergleich zu anderen beliebten Hülsenfrüchten wie Linsen oder Bohnen bieten Kichererbsen einige Besonderheiten. Bezüglich des Proteingehalts sind sie Linsen (ca. 25g/100g) und vielen Bohnensorten (ca. 20-25g/100g) ähnlich, aber oft etwas darunter. Ihr Ballaststoffgehalt ist beachtlich und liegt im ähnlichen Bereich wie bei Linsen und Bohnen. Ein wichtiger Unterschied liegt oft im Geschmack und der Textur: Kichererbsen haben einen leicht nussigen, erdigen Geschmack, der sich gut in beide Richtungen (süß und herzhaft) anpassen lässt. Ihre Textur ist nach dem Kochen eher mehlig-fest, während Linsen oft schneller zerfallen und Bohnen eine etwas cremigere Konsistenz haben können. Bei der Zubereitungszeit sind getrocknete Kichererbsen mit Einweichzeit und Kochzeit (ca. 1,5–2,5 Stunden) etwas aufwendiger als z.B. rote Linsen, die nur ca. 15–20 Minuten Kochzeit benötigen. Dosen-Kichererbsen sind hier aber genauso schnell verfügbar wie Linsen oder Bohnen aus der Dose.

Preisgestaltung bei Kichererbsen

Die Kosten für Kichererbsen variieren je nach Verarbeitung und Kaufort. Getrocknete Kichererbsen sind die preisgünstigste Variante. Rechne hier mit etwa 1,50 € bis 3,00 € pro 500g-Packung, je nach Marke und Bio-Qualität. Bio-Produkte können im oberen Bereich liegen. Kichererbsen aus der Dose sind etwas teurer. Eine 400g-Dose (Abtropfgewicht ca. 240-265g) kostet in der Regel zwischen 0,70 € und 1,50 €, abhängig vom Händler und der Marke. Angebote und Discounter-Eigenmarken sind oft günstiger zu finden. Vakuumverpackte Kichererbsen liegen preislich oft zwischen Dosenware und Trockenware, etwa 2,00 € bis 4,00 € für 300-400g. Der Preis pro Kilogramm ist bei getrockneten Kichererbsen am niedrigsten, was sie auf lange Sicht zur wirtschaftlichsten Wahl macht, auch wenn die Anschaffungskosten für eine größere Packung zunächst höher erscheinen mögen.

Beliebte Rezepte mit Kichererbsen

Häufige Fragen

Wie lange muss ich Kichererbsen einweichen und kochen?

Getrocknete Kichererbsen sollten für mindestens 8 Stunden, am besten über Nacht, in reichlich Wasser eingeweicht werden. Nach dem Einweichen und Abgießen werden sie in frischem Wasser für etwa 1,5 bis 2,5 Stunden gekocht, bis sie weich sind. Die genaue Kochzeit hängt von der Sorte und dem Alter der Kichererbsen ab. Kichererbsen aus der Dose oder Vakuumverpackung sind bereits vorgekocht und können direkt verwendet werden.

Kann man Kichererbsen roh essen?

Es wird generell davon abgeraten, rohe Kichererbsen zu essen. Sie enthalten bestimmte Stoffe, die schwer verdaulich sind und zu Blähungen und Magenbeschwerden führen können. Erst durch Einweichen und Kochen werden diese Inhaltsstoffe abgebaut und die Kichererbsen bekömmlich und gut verträglich.

Was ist Aquafaba und wofür kann ich es verwenden?

Aquafaba ist das Kochwasser von Kichererbsen (oder anderen hellen Hülsenfrüchten). Es ist eine erstaunliche vegane Alternative zu Eischnee oder ganzen Eiern. Durch Aufschlagen wird es zu einem festen Schaum, der für vegane Baiser, Mousse au Chocolat, Mayonnaise oder zum Binden von Teigen verwendet werden kann. Bewahre es dafür einfach nach dem Kochen von Kichererbsen auf.

Wie entsalze ich Kichererbsen aus der Dose am besten?

Um Kichererbsen aus der Dose zu entsalzen und die stärkehaltige Flüssigkeit zu entfernen, gib sie einfach in ein Sieb und spüle sie unter fließendem kaltem Wasser gründlich ab. Lass sie anschließend gut abtropfen. Dieser Schritt ist wichtig, um den Geschmack zu verbessern und die Verdauung zu erleichtern.

Kann man Kichererbsenmehl selbst herstellen?

Ja, Du kannst getrocknete, rohe Kichererbsen in einem leistungsstarken Mixer oder einer Kaffeemühle fein mahlen. Achte darauf, dass sie richtig trocken sind, damit das Mehl nicht klumpt. Für beste Ergebnisse siebe das gemahlene Mehl durch ein feines Sieb.

Ist Aquafaba wirklich ein guter Ei-Ersatz?

Absolut! Aquafaba ist ein hervorragender veganer Ei-Ersatz, besonders für aufgeschlagene Eiweiße. Es lässt sich ähnlich wie Eischnee steif schlagen und kann für Baiser, Makronen, Mousse oder auch als Bindemittel in Gebäck verwendet werden. 3 Esslöffel Aquafaba ersetzen dabei etwa ein mittelgroßes Ei.